Erste Erfahrungen mit der 4 Tage Arbeitswoche

Dass die Einführung der Vier-Tage-Woche für Mitarbeiter derart großes
Interesse weckt, damit hat wohl keiner gerechnet.

Erste Erfahrungen mit der Vier-Tage-Woche: Top oder Flop?

Seit ein Großteil des Hotelteams auf das neue Arbeitszeitmodell – vier Tage arbeiten, drei Tage Freizeit – umgestiegen ist, steht das innovative Hotel im oberösterreichischen Mühlviertel im Zentrum des öffentlichen Interesses dies- und jenseits der Grenzen. Christian Grünbart, der Pächter des Hotels für Singles und Alleinreisende, lässt seine Mitarbeiter gemäß der neuen Gesetzgebung in Österreich flexibler arbeiten. Sein Vorstoß erregt große Aufmerksamkeit – vor allem auch in Deutschland. „Top oder Flop? “ fragen sich viele. 
Hört man sich unter den Mitarbeitern im AVIVA um, so ist der Tenor eindeutig „Top“. „Ich habe nicht lange überlegt, für mich war klar, dass ich diese Chance wahrnehme“, erzählt die Rezeptionistin Doris Gabriel. So wir ihr ging es den meisten im Team. Sie haben den Vorschlag des Chefs begeistert aufgenommen und sind heute, wo die Vier-Tage-Woche zum Alltag geworden ist, noch immer begeistert. „Wir möchten es nicht mehr anders“, heißt es zum Beispiel einstimmig von Seiten der Rezeption. Die vier arbeitsintensiven Tage erleben die Mitarbeiter als produktiver. Arbeitsabläufe können besser organisiert werden. „Dann fokussiere ich mich vier Tage ausschließlich auf die Arbeit. Abends zum Freizeitprogramm hetzen, das gibt es für mich nicht mehr. Sport, Freunde, Ausflüge – all das hat an meinen drei freien Tagen genug Platz“, erzählt ein begeisterter AVIVA-Mitarbeiter. Dass Zehn-Stunden-Tage anstrengend sind, streitet keiner ab. Dennoch verzeichnet das AVIVA weder eine höhere Fehleranfälligkeit noch mehr Kranktage. Ganz im Gegenteil, das Team wird als motivierter und ausgeruhter beschrieben. Die Aufwertung der Freizeit erleben viele als einen Kurzurlaub – und das jede Woche. Das tut Körper und Geist gut. Noch dazu, wo die Mitarbeiter in ihrer Freizeit die Wellnesseinrichtungen im AVIVA nützen dürfen. 
Grünbart unterstreicht, dass die Vier-Tage-Woche in seinem Haus freiwillig ist. Er zwingt niemanden – so hat sich das Housekeeping dagegen entschieden, weil an dieser Stelle Zehn-Stunden-Tage körperlich als zu anstrengend empfunden werden. Der Hotelleitung geht es mit der neuen Work-Life-Balance vorwiegend um Mitarbeiterbindung. „Eine Kostenersparnis ist nicht meine Motivation“, so Christian Grünbart. „Vielmehr möchte ich im AVIVA ein motiviertes, zufriedenes Team haben. Wenn die Fluktuation sinkt, ersparen wir uns zeitintensives Einarbeiten und können in einem gut zusammengespielten Team unsere Gäste begeistern.“ Der Erfolg gibt Grünbart Recht. Die Anzahl qualifizierter Bewerbungen im AVIVA ist gestiegen, das Singlehotel hat als Arbeitgeber an Attraktivität gewonnen. Team und Hotelleitung geben ein positives Feedback. Beide Seiten sind froh, diesen Schritt gemacht zu haben.

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